Alterung am Beispiel eines Schüttgutwagens
Aufgrund zahlreicher Nachfragen gibt´s hier eine kleine Anleitung zum Altern von Güterwagen. Meine Methode und die von mir gewählten Hilfsmittel sind sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluß, erlauben dafür aber auch dem Neuling auf diesem Gebiet, relativ schnell zu annehmbaren Ergebnissen zu kommen. Also, los geht´s:
| An Werkzeugen braucht man: | 1 harten Flachpinsel, 1 Fön, 1 Bastelmesser und eine Spritzpistole. |
| Benötigtes Material : | Pastell- und Schulkreide, matter Klarlack |
 | Für Roststellen am Fahrzeug benutze ich Schulkreide in den Farben hell- und dunkelbraun sowie hellgraue Pastellkreide. Schulkreide haftet sehr schlecht auf glattem Kunststoff, deshalb mische ich etwas Pastellkreide darunter, die aufgrund ihres höheren Fettgehaltes gut auf Kunststoff haftet. |
 | Erster Schritt: Mit dem Bastelmesser werden von jeder Farbe etwa gleich große Häufchen auf eine Unterlage geschabt. |
 | Als "Besudelungsobjekt" habe ich einen Schüttgutwagen gewählt. An diesem Wagentyp lassen sich alle Verschmutzungsspuren stellvertretend für andere Waggons aufzeigen. |
 | Zweiter Schritt : Rostfarbe zusammenmischen Mit dem Pinsel werden hell- und dunkelbraun und etwas hellgrau trocken gemischt |
 | Dritter Schritt : Kreide auftragen Nun werden die Radlager, Federpakete, Aufstiegstritte und der untere Rahmenteil des Waggons kräftig mit dem vorher in Rost-Kreide getauchten Pinsel "eingesaut". Anschließend wird der Pinsel in die graue Kreide gestupft und damit der Schüttgutbehälter bearbeitet. Hierbei sollte man bedenken, daß man beim Farbauftrag den Gesetzen der Schwerkraft folgt. Bitte??? Na, alles fällt nach unten, auch der Dreck. Also sollten auch Pinselstriche von oben nach unten geführt werden und nicht etwa seitwärts. Am Modell ist später die Pinselführung recht gut zu sehen. Ist doch mal etwas daneben gegangen, hlft meistens der Zeigefinger, mit dem man die Kreide in die richtige Richtung verreiben kann... |
 | Vierter Schritt : Mattlack Wie weit man die Verschmutzung treibt, ist reine Geschmackssache. Deshalb die Empfehlung: Erstmal mit wenig beginnen und dann Mattlack zum Fixieren drauf. Man kann jeden handelsüblichen Mattlack benutzen, der sich in der Spritzpistole verarbeiten läßt. Zur Not tut´s auch eine Spraydose von z. B. Revell. Wieso "zur Not"? Mit der Spritzpistole kann ich sowohl Luft als auch den Farbfluß kontrollieren, dies funktioniert mit der Spraydose nicht. Und Lack mit dem Pinsel auf Kreide auftragen funktioniert überhaupt nicht. Das Ergebnis ist eine endlose und absolut unschöne Schmiererei... Ich spritze den Lack 50:50 verdünnt bei 0,2 bis 0,5 bar. Dabei wird viel Farbe und wenig Luft gespritzt, was einen gleichmäßig dünnen Lackfilm ergibt. |
 | Das Ergebnis der Mühe... ... ist ein Unikat. Durch verschiedene Mischungsverhältnisse der Kreiden lassen sich verschiedene Arten von Rost darstellen : Flugrost ist ziemlich hell und wird nur aufgewischt; alter Rost ist recht dunkel und wird mit dem Pinsel regelrecht in den Kunststoff eingearbeitet und außerdem fett aufgetragen. Beim Fixeren mit Mattlack ergibt dies dann regelrechte "Rostkrusten"... |
 | ... wie sie in diesem Bild am Radlager zu sehen sind. |
| Ein paar allgemeine Tips: | |
| - keine reinen Farben verwenden | Sie wirken zu "knallig". Alterungsfarben sollten immer Mischfarben sein. - öfter mal den nächsten Rangierbahnhof aufsuchen, freundlich beim Stellwerk um Erlaubnis fragen und dann fotografieren, was das Zeug hält. Ich habe bisher immer gute Erfahrungen mit den Bahnern gemacht und konnte so manches tolle Foto schießen. Aber bitte : Immer an die Anweisungen des Bahnpersonals halten und auf keinen Fall irgendwelche Durchgangsgleise betreten! Das kann nicht nur lebensgefährlich sein, sondern auch anderen Mitstreitern die Chancen auf gute Fotos verderben!!! |
| - beim Altern zuerst die Radlager und Federpakete bearbeiten. | Rein optisch war zuerst der Rost da und darauf lagert sich der beim Fahren aufgewirbelte Staub und Dreck ab. Als nächstes kommen das Dach (so vorhanden) und der Wagenkasten dran. Der Schmutz läuft vom Dach zu den Wagenseiten über den Wagenkasten ab. Um den beim Fahren aufgewirbelten Staub zwischen zwei gekuppelten Waggons darzustellen, stupft man etwas hellgraue oder sehr helle braune Kreide in Dreiecksform auf die Stirnseiten des Waggons. Die Spitze des Dreiecks zeigt dabei zum Dach des Waggons. - viel experimentieren. Nur durch den Umgang mit Farbe bekommt man die Übung, ein Resultat vorherzusehen. |
| - zu Beginn nach Fotos arbeiten. | Damit kann man hervorragend die Farbmischung trainieren und sein Auge für die Kleinigkeiten schulen, denn eines ist klar : Die oben beschriebene Alterung kann man noch endlos fortsetzen, wie zum Beispiel mit der Darstellung einer geflickten Stelle im Wagenkasten, dem Schmierfilm an den Puffern oder am Gestänge, oder, oder,oder.... Einige weitere Beispielfotos, auch vom großen Vorbild, befinden sich in meiner Fotogalerie. |
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