Reiseberichte

10.04.2006

Es juckte mal wieder in den Fingern; sprich: das Reisefieber hatte wieder einmal zugeschlagen und so wurden die Koffer für einen Trip in die Staaten gepackt. Los ging es am 10.April morgens gegen 9:00 Uhr ab Hamburg - Fuhlsbüttel. Ich hatte einen Flug mit Continental Airlines gebucht, weil ich keine Lust hatte, in Paris umzusteigen.

Viel los war ja nicht gerade... Aber ich hatte auch nur ca. 1 Stunde Wartezeit, bis der Flieger eintreffen sollte.

Hamburg

Und da isser auch schon: CO75 war heute eine Boing 757-200, was auf ein voll besetztes Flugzeug schließen ließ. Die Laune sank dann auch schon mal Richtung Nullpunkt...

Hamburg

Je näher allerdings der Zeitpunkt zum Boarden kam, desto besser wurde sie. So wenig Leute hatte ich selten auf einem Flug in die USA gesehen! Also: rein in die Kiste und hoffen, daß die Sitze in meiner Reihe frei blieben, was dann auch prompt passierte. Super, Schuhe aus und schlafen hieß die Devise!!!

Hamburg

Über den Wolken... war das Wetter deutlich besser als am Grund. Kaum abgehoben, schaute auch schon die Sonne herein und hob die Laune nochmals an! Nach diesem Foto habe ich mich erst einmal langgemacht und eine Runde geschlafen...

Hamburg

Fünf oder sechs "Weckrufe" (Please fasten your seatbelt) und 8 Stunden später kam New Jersey in Sicht. Hier befinden wir uns im Landeanflug auf Newark Liberty International.

Newark1

New Jersey

New Jersey

So weit, so gut. Den großen Teich hatte ich nun geschafft, aber.... in New York waren 8 Stunden Aufenthalt zu überbrücken! Was also tun? Na, dort gibt´s doch die Grand Central Station. Also rein in den Bus, 22 US-$ löhnen und ab dafür! Im Bild rechts findet sich übrigens ein nettes Beispiel, wie man der Platznot bei Parkplätzen beikommen kann.

Parkplatz

Mit einem Bus dieser Größe über den Broadway zu fahren, ist wirklich eine Kunst. Der Braodway ist eigentlich eine zweispurige Straße, wird allerdings von PKW und LKW vierspurig befahren. Manchmal paßt wirklich nur der berühmte "Daumen" zwischen die Außenspiegel!!!

Parkplatz

Diese Bilder habe ich aus dem Busfenster gemacht. Nur gut, daß man leicht erhöht sitzt; dann kommen wenigstens Menschen und Gebäude auf's Bild...
Seitenstrasse

Seitenstrasse

Die Grand Central Station war einmal New York´s wichtigster Bahnhof, mit immerhin 4 Untergeschossen... Heute ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Es fahren im öffentlichen Bereich nur noch U-Bahnen hier ab. Die Fernzüge starten alle in der Penn Station.
Ich hatte nur leider keine Zeit mehr, auch dort noch hinzufahren, wenn auch die Versuchung groß war.... Die Grand Central Station liegt ziemlich eingekeilt zwischen Wolkenkratzern an der Park Avenue, die hier allerdings längst nicht so prächtig ist. Tiffany's liegt von hier aus noch gut 10 Minuten Fußmarsch entfernt. Übrigens: So gegen 15:00 Uhr Ortszeit ist man zu Fuß deutlich schneller unterwegs als jedes Taxi!

Grand Central

Die Eingangshalle an sich ist schon beeindruckend: Die Türen im Hintergrund sind über zwei Meter hoch!
Grand Central

Grand Central

Die Decke der Bahnhofshalle wurde vor ein paar Jahren aufwendig restauriert und zeigt heute wieder einen Sternbild-Himmel. Leider kann man selbst mit einer Weitwinkel-Einstellung nur einen kleinen Teil davon fotografieren. Absolut beeindruckend, was hier geleistet wurde!

Grand Central

Hier kann man einmal die Proportionen der Halle erahnen... Die Menschen wirken doch irgendwie "verloren" in dieser Riesenhalle.

Grand Central

Grand Central

Grand Central

So langsam wird es aber Zeit, an die Rückfahrt zum Flughafen zu denken (und etwas essen muß der Mensch ja auch noch). Deshalb zum Schluß dieses Tages noch zwei Schnappschüsse in Richtung Times Square, natürlich aus dem Bus heraus fotografiert.
Times Square

Times Square

Heute abend gegen 23:00 Uhr Ortszeit werde ich dann in Austin, Texas ankommen, wo ich von meinem Freund Steve abgeholt werde. Danach: ein gutes Bett und ausschlafen!

11.04.2006

... bis 13.04.2006.
Die letzten drei Tage erforderten ein wenig Schweiß. Es galt, jede Menge Füllsand für den "Unterbau" von Steve´s Gartenbahn heranzukarren. Natürlich brauchte ich nicht ganz von vorn zu beginnen. Steve hatte schon ganz gut vorgearbeitet, wie die nächsten Bilder zeigen:

Steve´s Garten

Steve´s GartenSteve´s Garten

Die Trestle im mittleren Bild wurde völlig ohne Leim gebaut. Sie wird durch Gewindestangen, Unterlegscheiben und Muttern zusammengehalten. Eine Mordsarbeit: das Teil ist immerhin gut 3 Meter lang! Grundmaterial für den Bau ist Redwood-Holz. Dieses Holz mögen Termiten komischerweise nicht (und es gibt eine Menge termiten in Texas...).
Die ersten Fotos seiner Gartenbahn hat Steve mir im Januar ds. Jahres geschickt. Da war an dieser Stelle nur ein ziemlich großer Erdhaufen. Heute blühen hier auf terrassierten Streckenteilen bereits die ersten Gartenpflanzen.

Steve´s Garten

Die Streckenführung ist so ausgelegt, daß vom Betrachter immer nur ein kurzes Streckenteil einsehbar ist. Das macht die "Anlage" interessant und abwechslungsreich. Viel Platz zum Ausbreiten gibt´s hier aber auch nicht: Der Maßstab ist 1:20,3!

Steve´s Garten

Steve´s Garden

Steve´s Garden

Ein Vorteil der Gartenbahn : Gleisplanung in "Echtzeit"! Ich hätte nicht gedacht, daß so etwas tatsächlich funktioniert, aber Steve hat mich eines Besseren belehrt. Gleise auslegen, prüfen, ob alles paßt, und "Gut is!".

Steve´s Garden

Bevor allerdings die Gleise ausgelegt werden können, muß erst einmal der Untergrund geschaffen werden. Der besteht aus lehmhaltigem Sand und wird per Schubkarre herangeschafft. Danach ist Verdichten angesagt: alles schön platt klopfen, bis nur noch ein leichter Schuhabdruck sichtbar ist. Das Herankarren habe ich übernommen und Steve hat fleißig alles "plattgemacht". Man wundert sich, wieviel Erde auf ca. einen Quadratmeter bei 30 cm Höhe paßt!!!
Steve´s Garden

Haupt- und Nebenbahn kreuzen sich auf einer Ebene. Der Kreuzungsbereich muß allseits auf 30 cm Länge absolut plan verlaufen, damit es später nicht zu ungewollten "Ausstiegen" kommt.

Ist alles grob festgelegt und die Erde einigermaßen plan, beginnt das Nachjustieren. Auf dem Bild auch gut erkennbar: Die Steigung ist noch viel zu steil. Da muß wohl noch ein wenig Sand drunter...

Steve´s Garden

14.04.2006

...bis 16.04.2006. Das war wohl nichts mit den Drainagegräben.... Das Klima hier ist so trocken, daß beim Ausheben der Gräben die Erde wieder in den Graben hineinfiel. Es blieb also nichts anders übrig, als den Rasensprenger anzuwerfen und ihn die Arbeit machen zu lassen. Für Steve und mich hieß das: einfach mal den Faulen spielen. Nicht, daß mir dieses besonders schwerfiel [ :-)) ].

Wir machten uns dann auf, eine "Train Show" zu besuchen. In New Braunfels, ungefähr eine halbe Autostunde von Austin entfernt, wurde - wie passend - gerade eine kleine Ausstellung abgehalten. Neben der obligatorischen Börse gab es auch einige kleinere Anlagen zu sehen. Nichts wirklich aufregendes, aber immerhin Anlagen zum Ansehen und nicht zum Bauen...
Als eingefleischter N-Bahner fiel mir sofort eine N-Track - Anlage auf. Aussteller war AustiNTrak. Mit einem Mitglied dieses Clubs kam ich recht schnell in´s Gespräch und nach dem unvermeidlichen "Woher" und "Wie geht´s" dann die erstaunte Frage : VWas, Du kommst aus Deutschland, um hier N-Track -Module anzusehen?"

NTRAK-Anlage New Braunfels

NTRAK layout New Braunfels

Als der Gute dann noch hörte, daß in Hamburg das Miniatur Wunderland steht, war es mit ihm ganz vorbei: in Nullkommanichts war die gesamte Standmannschaft versammelt und ich mußte erst einmal von Hamburg erzählen. Nach gut zwei Stunden kam ich dann vom Stand weg; allerdings nicht ohne die "Androhung" eines Gegenbesuches des Clubs in Hamburg...

Es gab einige recht nette Module zu sehen, auf denen viel Aufwand getrieben wurde (Selbstbau von Gleisen, Weichen und Gebäuden); die meisten Module waren doch eher "Hausmannskost"...

NTRAK layout New Braunfels

NTRAK layout New BraunfelsNTRAK layout New Braunfels

NTRAK layout New Braunfels

Die Zugzusammenstellung im rechten Bild war sehr interessant: Zwei E8 - A-Units, eine in UP-Farbgebung und die andere in AMTRAK-Lackierung. Auch der Zug selbst wurde aus Wagen von UP und Amtrak zusammengestellt.
NTRAK layout New BraunfelsEin anderes sehr hübsches Motiv war diese Kohlenmine.

NTRAK layout New Braunfels

17.04.2006

Steve´s Garten... bis 19.04.2006. Es wurde Zeit, zurück in den Garten zu gehen und die Schubkarre "scharf" zu machen: Mehr Erde für den "Unterbau" der Gartenbahn war gefragt.

Steve´s Garten

So ungefähr 3 m³ Erde passen allein in dieses kleine Anlagenstück von ca. 5 x 1,5 m !!! Das sind schon einige Schubkarren voll. Das Zeug muß gut verdichtet werden, damit später die Trassengräben ausgehoben werden können ohne daß der Grabenrand zusammenfällt. Wir haben hier zur Zeit rund 32° C im Schatten und eine Luftfeuchte von gut 80%. Daher war nach jeder 4. Schubkarre erstmal ein Sprung in den Pool angesagt [:-))]. Es dauerte dann auch zwei Tage, bis der Zustand in den obigen Bildern erreicht war.
Am Abend dann die erlösende Nachricht im Fernsehen: Schwere Gewitter werden erwartet! Hört sich kurios an, ist aber wirklich so: Wir haben uns richtig gefreut! Der Regen würde die Erde gut durchweichen und so schon einmal gut verdichten...
Was ich bis dahin noch nicht wußte: Wenn hier von "schweren Gewittern" die Rede ist, dann sind die auch richtig heftig! Bis abends um 9:00 Uhr konnte man noch richtig schön auf der Terrasse sitzen; dann: eine Windbö, ein Blitz und ..... Hagelkörner in Tennisball-Größe. Das ging dann so ungefähr 10 Minuten lang. Danach war "nur noch" Regen, Blitz und Donner angesagt. Als Ausgleich dazu wurden in den Nachrichten Warnungen vor Überschwemmungen ausgegeben. Nur gut, daß Steve´s Haus auf einem Hügel steht...

20.04.2006

Als wenn nichts gewesen wäre : Sonne pur und alles trocken... Also nichts wie raus und wieder Erde durch die Gegend karren. Einige Schubkarren und zwei Stunden später sah der Grund für den Endbahnhof dann so aus wie rechts gezeigt.

Steve´s Garten

Durch den gestrigen Regen war der Graben für die Gleisdrainage etwas in Mitleidenschaft gezogen worden und mußte ausgebessert werden.

Steve´s Garten

Nun konnte auch das Gleisdreieck wieder ausgelegt werden. Dabei wurde gleich noch ein Ausweichgleis eingebaut.

Steve´s Garten

Auf der anderen Seite des Gleisdreiecks konnten wir dann die grobe Form für den zweiten Endbahnhof festlegen.... und natürlich wieder Erde für den Unterbau herankarren.

Steve´s Garten

Dieser Teil wird relativ flach gehalten, damit etwas Abwechslung in die spätere Landschaftsgestaltung kommt. Heißt erfreulicherweise: Weniger Schubkarren Erde zu fahren! Der Übergang zum Mittelteil wird terrassiert. Das vorderste Gleis wird dann zum Endbahnhof 2 fuuml;hren und so mit dem Gleis vom Endbahnhof 1 ein zweites - weit größeres - Gleisdreieck bilden.

Steve´s Garten

Die Trestle brauchte noch einen Brückenkopf. Wir haben uns für ein sogenanntes "Cribbage" entschieden. Das Thema der Anlage ist "Waldbahn" und diese Gesellschaften hatten in den seltensten Fällen genug Geld, um Betonbauwerke zu erstellen. Ein Cribbage besteht im Wesentlichen aus kreuzweise übereinander gelegten Balken oder Baumstämmen. Die Zwischenräume werden anschließend mit Steinen und Erde verfüllt um dem Gebilde Halt zu bieten.

Steve´s Garten

Auch die Schlucht konnte noch etwas verbessert werden: Der Regen floß nicht durch die Schlucht, sondern mehr darüber hinweg. Also wurde eine zweite Lage Steine aufgebracht, um das Wasser besser leiten zu können.

Steve´s Garten

Danach war es dann auch schon wieder Abend und es wurde höchste Zeit, dem Pool einen Besuch abzustatten. Bei 30° C Wassertemperatur ein wirkliches Vergnügen nach der ganzen Plackerei...

Steve´s Garten

21.04.2006

Nachdem der gestrige Tag noch richtig schön wurde, verhieß der Wetterbericht für heute nichts wirklich Gutes. Vom Golf von Mexiko zog feuchtwarme Luft herauf und aus dem Norden kam gleichzeitig eine Kaltfront auf uns zu = Gewitter für den Nachmittag...
Vergeßt alles, was Ihr bisher über Regen wußtet: Der Wetterbericht hatte keineswegs übertrieben!!! Sicht ca. 2 Meter, Temperatursturz um glatte 15° C.... und gegen den Donner halfen eigentlich nur noch Ohrstöpsel :-((

Steve´s Garten

Na, dann war´s ja wohl nichts mit Arbeiten. Statt dessen konnten wir zusehen, wie Mutter Natur unsere mühsam herangekarrte und verdichtete Erde Stückchen für Stückchen wieder aufweichte und buchstäblich dem Erdboden gleich machte...
Nein Macko, das sind keine Steinchen!! Als nette Begleiterscheinung zum Gewitter gab´s auch noch ein paar "kleine" Hagelkörner von Tennisballgröße. Die im Bild sind schon wieder auf 50-Cent-Größe abgetaut...

Verwüstung

Nach ungefähr 10 Minuten Naturgewalten ähnelte der Garten eher einer Flußlandschaft. Die Böden waren dermaßen ausgetrocknet, daß sie die Wassermassen nicht aufnehmen konnten. Ich habe allerdings auch keinerlei Beschwerden über den Regen gehört...

Verwüstung

22.04.2006

Der Tag danach.... War ja nach dem Sturm eigentlich auch nicht anders zu erwarten: Der Garten war ein einziges Chaos. Aufräumen war allerdings nicht angesagt, denn der Boden war jetzt so weich, daß man locker bis zum Knöchel darin versinken konnte.

Verwüstung

Das kommt davon, wenn man nicht richtig nachdenkt: Steve hatte vergessen, an eine vernünftige Drainage zu denken! So gesehen, war der Sturm eigentlich ein Wink des Schicksals.

Verwüstung

Steve wollte zwar einen Geländeeinschnitt haben, nicht aber unbedingt an der im Foto gezeigten Stelle. Der Regen hat sich den Platz geschaffen, den er zum Abfließen brauchte. Mit der Schaufel hätten wir das nicht besser hinbekommen! Kleiner Nachteil: So war das nicht beabsichtigt :-(

Verwüstung

Nach Begutachtung der angerichteten Schäden kam Steve dann doch zu dem Schluß, daß der Gartengestalter her muß und eine ordentliche Drainage legen soll. Für die weiteren Außenarbeiten an der Anlage hieß das natürlich erst einmal: Baustop! Eigentlich schade, aber es gibt ja noch das ein oder andere Projekt, an dem man auch in der Garage basteln kann: Brücken, zum Beispiel. Dazu später mehr; jetzt ist erst einmal Familientag angesagt: Steve´s Enkel hat heute ein wichtiges Football-Spiel; also geht´s zuerst dort hin. Danach steht eine Geburtstagsfeier auf dem Programm und außerdem ist heute auch noch ein "Open House" auf dem Zettel. Die ersten beiden Punkte waren recht schnell abgehakt und sind auch nicht wirklich interessant.
So ein "Open House" ist eigentlich nichts anderes als eine Entschuldigung, sich am Wochenende vor der Hausarbeit zu drücken :-))). Man lädt sich Gleichgesinnte zum Fachsimpeln über die eigene Modellbahn ein. Nebenbei wird natürlich auch noch kräftig gefuttert und voller Stolz das neueste Rollmaterial vorgeführt (wie hier die Challenger im Maßstab 1:29, ist schon ein gewaltiger Trump)....

Open House

Auf dem Weg nach Hause gab´s dann noch eine kleine Überraschung: Modellbahn 1: 1!

AUARR

AUARR

AUARR

AUARR steht für "Austin Area Terminal Railroad"; eine Nebenbahn, die 125 Meilen Strecke rund um Austin besitzt und betreibt. Diese Bahngesellschaft ist eine kleine Schatztruhe für "Loktypen-Jäger". Sie fährt noch so alte Schätzen aus den späten 70er Jahren wie zum Beispiel die oben abgebildeten GP 30. So, das war ein ereignisreicher Tag. Deshalb verkrümel´ ich mich jetzt auch erstmal in meine Koje....

23.04.2006

...bis 26.04.2006
Immer noch ein "No go" im Garten. Der Boden ist noch viel zu matschig... Also geht´s erst mal in die Garage: Ich hatte ja schon den Brückenbau für ansonsten unproduktive Tage angesprochen. Baumaterial ist Holz und zwar Redwood, denn diese Holzsorte steht nicht auf dem Speiseplan von Termiten.

Für den Gartenbetrieb muß das Holz allerdings trotzdem ein wenig behandelt werden: Um einen vorbildrichtigen Look zu erhalten, wird das Holz gebeizt. Ich "stippe" das Holz in die Beize und lasse es sich richtig vollsaugen. Das gibt dann diesen schönen, tiefbraunen Ton.

Brückenbau

Steve geht die Sache anders an: Er wischt die Beize mit einem Lappen auf das Holz. Dadurch erhält er einen lasierenden Effekt und das Holz läßt seine Grundfarbe noch durchscheinen. So lassen sich "frische" Geländer darstellen (wieder was gelernt...)

Brückenbau

Weil nasses Holz ja auch trocknen muß, haben wir die Zeit zur Planung einer hölzernen Bogenbrücke genutzt. Ran an den Computer und drauflos geplant. Herausgekommen ist dabei dieses Design:

Brückenbau

Brückenbau

Brückenbau

BrückenbauDie Planung dafür habe ich mit dem Gleisplanungsprogramm 3rd Planit gemacht. Hat ungefähr 3 Stunden gedauert...

Brückenbau

26.04.2006

Heute wollte ich mal "richtige" Eisenbahn sehen. Steve kennt eine Kreuzung (Junction), an der richtig viel los sein soll und wo man dicht an die Züge herankommt. Schließlich soll ein Foto ja auch was werden, nicht wahr?! Wir machten uns auf nach McNeil. Als wir dort ankamen, war ich allerdings erstmal kräftig enttäuscht...

Das soll eine der geschäftigsten Kreuzungen in Texas sein? Irgendwo im Nirgendwo und dann noch eingleisig??? Außerdem sehe man sich mal die Gleislage an. Darauf sollen wirklich Züge fahren?

McNeil, Austin

Bei näherer Betrachtung läßt sich allerdings das Hauptgleis eindeutig identifizieren: Es liegt deutlich tiefer als das kreuzende Nebengleis... :-)

McNeil

Hallo, da rumpelt doch was? Schnell umgedreht und die Kamera hoch. Eine SD 70M der Union Pacific führt einen gemischten Güterzug Richtung Osten aus Austin heraus. Die Innenstadt von Austin liegt ungefähr 20 km hinter der Lok.

McNeil

Das mit dem "dicht herankommen" stimmt schon mal: ich stehe ungefähr 3 Meter von der Lok entfernt. Vom Diesel hört man nur ein leises Grummeln. Kein Wunder: der Diamond (die Kreuzung) darf nur mit max. 5 mph befahren werden (und besser ist das; bei der Gleislage)!!!

McNeil

Eine SD 40-2 (EMD) der HLCX (Helm Financial; eine Leasinggesellschaft)

McNeil

Noch eine SD 40-2, diesmal ex BNSF (Burlington Northern Santa Fe) ebenfalls bei einer Leasinggesellschaft eingestellt.

McNeil

Nanu, das Teil kenne ich doch? Von diesen Hoppern fahren doch ein paar im Wunderland umher...

McNeil

Das Schöne an US-Zügen ist, das meistens mehrere Loks vor einem Zug hängen. So hat man gute Chancen, verschiedene Gattungen mit einem Mal vor die Linse zu bekommen. Man muß eben nur warten können. Apropos warten; Steve hatte wohl doch nicht geflunkert: kaum war der Güterzug mit der SD-70 durch, schaltete das Blocksignal auch schon wieder auf "Grün". Demnach mußte gleich wieder ein Zug aus Austin hier vorbeikommen. Kaum eine Viertelstunde später war es dann auch soweit: Diesen Zug konnte man sogar riechen: Er hatte frischen Asphalt geladen und kurz war er auch nicht gerade. Die Zählung ergab 83 50-Fuß - Gondolas...

McNeil

McNeilDen Anfang machte die SD60M #6252, eine 3.800 PS - Maschine.

McNeilDanach kam UP 7549, eine GE AC6000CW(6.000 PS)

McNeilgefolgt von UP 7532, ebenfalls eine GE AC6000CW und schließlich noch...

McNeilUP #2245, eine SD60M.

Anschließend folgten 83 dieser 50´ Hochbord-Wagen, randvoll mit Asphalt beladen. Für diesen Zug waren immerhin insgesamt rund 19.600 PS nötig !

McNeil

Bis der nächste Zug hier vorbeikommen würde - so hörten wir von ein paar Gleisarbeitern (Ja, die gibt´s dort wirklich!) - würde es noch gut eine halbe Stunde dauern. Aber die Bahn ließ uns nicht im Stich: Von rechts kam auf dem Nebengleis eine kurze Rangiereinheit herangerattert. Die hatte ein ganz besonderes Schätzchen dabei:
Zug- und Schubmaschine gleichzeitig war eine SW-1500. Zwischen Juni 1968 und Januar 1974 wurden 808 Exemplare für die verschiedensten Bahngesellschaften von Electro Motive Division (EMD) gebaut. Einige dieseer 1.500 PS - Maschinen haben dank ihrer robusten Bauweise bis heute überlebt. Die Austin Area Terminal Railway besitzt gleich zwei dieser netten Maschinchen...

McNeil

McNeilMcNeil

McNeil

Eine knappe dreiviertel Stunde nach dem Rangiermanöver: übertriebene Hektik bei den Gleisarbeitern! Wenn sie´s sonst auch recht gemütlich bei der Arbeit angehen ließen, wollten sie sich wohl nicht mit AMTRAK anlegen. Ratz Fatz waren die Werkzeuge vom Gleis geräumt! Immerhin war einer der "Star"-Züge von Amtrak angesagt: der "Texas Eagle". Dieser Zug fährt dreimal (!!!) die Woche zwischen Chicago (Illinois), San Antonio (Texas), Austin (Texas) und Los Angeles(Calfornia) hin und her. Insgesamt sind das rund 2102 km. Allerdings hat der Zug doch einiges von seinem Glanz verloren: Als Zugmaschine kommt in der Regel eine Genesis (P42) an die Spitze. Der Gesamtzug wird in Longview, Texas, geteilt und nur 6 Wagen fahren über Austin hinaus. Nimmt auch nicht weiter Wunder: Im Vorbeifahren konnte man sehen, daß der Zug fast leer war. Fliegen ist hier eben deutlich billiger und vor Allem schneller als der Zug. Nicht mal ein Bistro-Wagen war eingereiht. Das läßt doch schon tief blicken...
McNeilMcNeil

McNeilMcNeil

So, liebe Leser, das war ein arbeitsreicher Tag und das Tagebuch ist jetzt wieder auf dem neuesten Stand. Deshalb: Gut´s Nächtle!

27.04.2006

...bis 02.05.2006
Heute abend habe ich mich in´s Auto geschwungen und mich auf den Weg nach Phoenix in Arizona gemacht. Zwei Ziele hatte ich dort: in der Firma nach dem Rechten und Linken schauen und meinen langjährigen Freund Dorr Altizer besuchen. Er war in grauer Vorzeit einmal mein Chief-SysOp bei CompuServe und nach 9 Jahren war eigentlich mal wieder ein Besuch fällig.

Die Reiseroute war schnell festgelegt: Von Austin aus auf die Interstate 10 und in der Nähe von Phoenix auf die I-17. Der Rest des Weges war auf dem Highway 60 und ein paar Nebenstraßen zurückzulegen. Klingt wie "Gleich umme Ecke...", ist es aber nicht: 1051 Meilen ( 1690 km) oder 15 Stunden Fahrt waren angesagt. Gehalten wurde nur zum Tanken und für einen gelegentlichen "Pit Stop" :-)). Damit die Fahrt nicht zu anstrengend wurde (wegen der Temperaturen), bin ich nachts gefahren. Bei El Paso (Süd-Texas an der mexikanischen Grenze) habe ich dann ein kleines Nickerchen (2 Stunden) gemacht. Anschließend wurde der Rest der Strecke in Angriff genommen und so gegen 15:00 Uhr Ortszeit habe ich dann bei Dorr geklingelt.
Na, weil wir ja sonst nichts zu erzählen hatten, wurde dann erst einmal die alte CompuServe Bildergalerie auf den neuesten Stand gebracht... Kaum waren drei Stunden vergangen, konnten wir uns dann auch schon so banalen Dingen widmen wie "Was hast Du eigentlich so die letzten 9 Jahre gemacht???" Es wurde noch ein sehr schöner Abend bei Barbeque und Bier (und ein seeeehr langer Abend außerdem)... Gegen Mittag am 28.April bin ich dann noch in die Firma gefahren, wo allerdings alles seinen gewohnten Gang ging. Abends dann noch ins Penthouse und eine Runde geschnarcht. Der Morgen des 29. April hat mich dann schon wieder auf der Straße gesehen. Der Kamera-Akku war frisch geladen, die Speicherkarte leer. Also mußte frisches "Foto-Futter" her. Ich wählte den Highway 60, weil parallel zu ihm - na was wohl? - eine Bahnstrecke verläuft.
Der erste Zwischenhalt wurde auf der Sam Simon Restarea eingelegt. Vom Highway aus konnte ich Gleise erkennen... Allerdings gab´s erstmal hübsche LKWs zu sehen. Na, kommt das Teil bekannt vor? Er hat allerdings im Wunderland eine passende Zugmaschine und keine von "Werner Trucking Co.".

Flagstaff

Tja, Gleise waren ja da, aber wo zum He**** bleiben die Züge???

Flagstaff

Rechts ein Gleis und viel Landschaft, links zwei Gleise und auch viel Landschaft. Moment, irgendwas hör´ ich da doch grummeln (und das ist nicht mein Magen!)

Flagstaff

Na also, geht doch! ich hatte allerdings Loks der BNSF (Burlington Northern Santa Fe) erwartet und kein Armor Yellow, die Standardfarbe der UP.

Flagstaff

FlagstaffAn der Spitze befindet sich UP #5429, eine Lok der Baureihe AC45CWCTE.

FlagstaffAls zweite Lok ist UP #4170, eine SD70 ohne dynamische Bremsen, im Einsatz

In der Wagenreihung fiel mir dieser relativ alte 50-Fuß Boxcar auf. Offenbar wird in ihm Salz transportiert, denn er ist für "Halite Salt" gelabelt. Wenn ich im Wunderland doch auch einen Wagen so schön "versauen" könnte...

Flagstaff

Noch ein Wagen stach in diesem Zug hervor: Dieser, auch "Shorty" genannte Tankwagen, in dem Süßstoff für Maisprodukte transportiert wird. Es muß also doch nicht immer Öl sein :-))

Flagstaff

Es gibt ja wohl nichts, was die Natur nicht irgendwo schon einmal vorgemacht hat... Harry, der "Gipskopf" im Wunderland, hat einmal seinen Siegelring in den noch feuchten Gips gedrückt und so einen Totenkopf im Gips dargestellt. Hätte er eine Form vom Ring genommen und diese mit Gips gefüllt, wäre es perfekt gewesen...

Flagstaff

Etwas weiter die Straße runter, so ca. 90 Meilen, sah ich eine sogenannte Frontage-Road. Das sind Straßen, die parallel zur Bahnstrecke verlaufen, um so dem Wartungspersonal den Zugang zur Strecke zu erleichtern. Was der Track-Gang genügt, ist natürlich auch für mich gut genug... (und außerdem nicht verboten).

Flagstaff

Als erstes fielen mächtige Saguaro-Kakteen auf. Der hier gezeigte hat immerhin gut 5 Meter Höhe!

Flagstaff

Walt Disney hatte Recht - Die Wüste lebt! Dieses kleine Mäuschen hat sich für seine Siesta ein Loch im Kaktus ausgesucht, natärlich auf der Schattenseite!

Flagstaff

Jetzt ´ne Harley unter´m Hintern und man könnte sich fühlen wie im Film "Easy Rider"! So stellt man sich doch eine Straße im sogenannten "Wilden Westen" vor, oder? Dieses Bild wird sich aber bald ändern, denn die Interstate 17, auf der ich mich hier befinde, steigt bis Flagstaff auf gute 2500 Meter an. Die Berge ganz im Bild-Hintergrund sind zwar noch gute 80 km entfernt, wollen aber dennoch überquert werden. Immerhin gibt´s dort Steigungen bis zu 6% auf 4 Meilen Länge. Da kommt so mancher Kühler in´s Schwitzen...

Flagstaff

Deshalb wird bei der nächsten Gelegenheit auch erstmal Rast gemacht; nicht daß mir der Mietwagen verreckt! Sunset Point heißt dieser Parkplatz. Er liegt schon auf 4000 Fuß (1.232 Meter) Meereshöhe. Außer einem tollen Panorama-Blick (und wahrscheinlich einem super Sonnenuntergangs-Blick) und höchst willkommenem Schatten hat dieser Rastplatz nichts wirklich berauschendes zu bieten.

Flagstaff

Flagstaff
So, der Wagen ist abgekühlt. Bedeutet zwar zwei Stunden Verlust, aber besser ist das! Dann kann´s ja weitergehen... Ach ja, auf dem Bild rechts sind die Rastplätze an der I-17 eingezeichnet.

Flagstaff

Die I-17 hat hier 6000 Fuß (oder 1848 Meter) Houml;he erreicht und es geht immer noch aufwärts. Aber die Wüste liegt hinter mir. Hier gibt´s endlich wieder was Grünes für´s Auge!!!

Flagstaff

FlagstaffMan glaubt garnicht, wie schön Bäume sein können!

Flagstaff

Flagstaff liegt hinter mir. Inzwischen befinde ich mich auf der Interstate 40 Richtung Osten. Nach Albuquerque, meinem nächsten Halt, sind´s noch lächerliche 299 Meilen ( rund 317 Kilometer). Vorher allerdings wird noch ein Halt am "Meteor Crater" eingelegt. Hier hat vor Urzeiten einmal ein Meteor ein Monster-Loch in die ansonsten platte Landschaft gehauen. Das muß ich mir natürlich ansehen!

Flagstaff

Nein, das hier ist nicht mehr die I-40, sondern die Meteor Crater Road. Sie ist zwar nur 6 Meilen lang, wirkt aber wie 60 Meilen; auch vom Lenkrad aus...

Flagstaff

15 Bucks (Dollar) Eintritt!!! Für meine Begriffe ganz schön happig. Dann muß ja wohl einiges geboten werden, so dachte ich wenigstens.

Flagstaff

Erst einmal in das Museum und sich schlau machen. Na, sooo üppig ist das aber nicht! Zur Schau gestellt werden einige Meteor-Fragmente (das größte im Bild rechts) und einige Tafeln, auf denen die Folgen eines Meteor-Einschlags dargestellt werden. Außerdem sind noch Videos und Schautafeln von Einschlägen auf Nachbar-Planeten zu sehen. Von weitergehenden Informationen, wie Auswirkungen auf die geologischen Gegebenheiten im Kratergebiet und Mineralienvorkommen, keine Spur! Da lob´ ich mir den Discovery Channel; ist deutlich informativer!

Flagstaff

Nachdem die erste Enttäuschung verdaut war, ging ich dann hinaus auf den Kraterrand. Natürlich (!) war kein Rundgang möglich . Es gibt einige Stichwege zu Aussichtsplattformen mit Ferngläsern.
Mutter Natur machte mal wieder gut, was der Mensch versaut hat: Dieser kleine Gecko war äußerst neugierig; fast könnte man sagen: zutraulich.

Flagstaff

Er kam auf den Weg gehuscht und sah sich wohl erst mal meine Füße an, bevor er entschied, daß hier nichts Essbares zu holen war...

Flagstaff

  Das Panorama ist allerdings auch nicht gerade zu verachten:Flagstaff

Hier noch einige Fakten zum Krater:
* Einschlag vor 50.000 Jahren
* Aufschlagsgeschwindigkeit : 26.000 mph / 41.808 kmh
* Hauptbestandteile : 98% Eisen, 2% Nickel
* Länge : 150 Fuß / 46,2 Meter
* Masse : mehrere hunderttausend Tonnen
* Explosivkraft : > 20 Millionen Tonnen TNT
* Kratertiefe : 700 Fuß / 215,6 Meter
* Kraterdurchmesser : > 4000 Fuß / 1232 Meter
* Kraterumfang : 2,4 Meilen / 3,86 KM
* Einschlagtiefe : 1376 Fuß / 423,8 Meter

------------ Und das war "nur" ein kleiner Brocken...

Wieder auf der I-40 Richtung Window Rock und Gallup (NM), hatte ich plötzlich dieses Bild vor Augen. Hääää????

Flagstaff

Des Rätsels Lösung: Zwei Hopper in der Mitte von Nirgendwo! Aber immerhin verlief dort hinten eine Bahnlinie; das ließ hoffen...

Flagstaff

Kaum gedacht wurde die Hoffnung auch schon erfüllt! Kleiner Nachteil: Halten ist auf der Interstate nur im Notfall erlaubt. Für einen Bahnfan ist dies sicherlich ein Notfall; ich glaube aber nicht, daß der hinter mir fahrende State Trooper das auch geglaubt hätte. Also die Kamera geschnappt und durch die Windschutzscheibe geknipst. Bei einer 1/4000 s sollte das wohl kein Problem sein.

Flagstaff

Dachte ich, aber nicht der Cop. Der meinte wohl, ich wollte den Zug abschießen (habe ich ja auch, hihi). Jedenfalls hielt er mich an und fragte was ich da wohl eben gemacht hätte. Als ich ihm dann wahrheitsgemäß sagte, daß ich den Zug fotografiert hätte, schüttelte er ungläubig sein Haupt und forderte Führerschein und Autopapiere. In weiser Voraussicht hielt ich ihm mit dem Führerschein auch gleich meinen Paß vor die Nase. Dann kam, was kommen mußte: Er hielt meinen (grauen) Führerschein hoch und fragte entsetzt: "What´s this, Sir?" Er glaubte mir dann aber doch, daß es mein Lappen war und ging erst mal zu seinem Wagen, um zu prüfen ob mein Wagen nicht etwa geklaut sei. Da war er, der ersehnte Notfall!!! Nur Aussteigen durfte ich nicht, Mist.
Mann, war der Junge schnell! Das reichte ja gerade noch für einen Schnappschuß aus dem Seitenfenster. Immerhin konnte ich sehen, daß ich jetzt in BNSF - Land war.
Na, der Cop kam zurück und fragte auf einmal ganz höflich, ob er nicht mal einen Blick auf meine Kamera werfen dürfte. Klar, durfte er. Werde mich doch nicht mit der Obrigkeit anlegen (zumindest nicht in den USA). Als ich dann noch so nebenbei erwähnte, daß ich Eisenbahn-Fan bin und auf der weltgrößten Modellbahn arbeite, ging ein breites Grinsen über sein Gesicht und er wünschte mir noch einen wunderschönen Tag mit "fetter Beute" (frei übersetzt). Fand ich einfach nur g***!!!

Flagstaff

Und weiter ging´s. Nächster Halt: Window Rock. In der Ferne ist er schon zu sehen. Die Wolken flößten mir allerdings höchsten Respekt ein. Was da so an den Rändern runterhängt, kann sich zu einem Tornado entwickeln. Bis jetzt gab´s aber keinerlei Warnungen im Radio.

NM

Window Rock, 1 Mile. Hoffentlich gibt´s dort eine Frontage Road... Diese Sandstein-Formation - besser gesagt, ein Teil davon - gilt bei den Navajo-Indianern als heilige Stätte.

NM

Die drohenden Wolken waren vergessen, als das typische Dieselgrummeln zu hören war. Eigentlich finde ich die orange-grüne BNSF-Lackierung ja potthäßlich aber bei dem Licht ist sie einfach wunderschön!

NM

Geführt wird der Zug von BNSF #7763, einer Lok der Baureihe ES44DC. Das "DC" steht für Gleichstrom-Motore an den Achsen. Die meisten Loks sind mit Wechselstrom-Motoren ausgestattet. Nein, es sind keine E-Loks sondern diesel-elektrische Lokomotiven. Der Diesel in der Lok generiert den Strom für die Fahrmotoren an den Achsen.

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Toll, so ein Containerzug vor der Kulisse des Window Rock. Der Abstecher war seine Zeit wert! Übrigens: diese Strecke ist Teil der Magistrale von Chicago nach Los Angeles und durchgehend(!) zweigleisig ausgebaut. Ca. alle 20 Minuten kommt ein Zug pro Richtung vorbei. Deshalb wird diese Strecke auch "Race-Track" genannt. Hat allerdings nichts mit Geschwindigkeit zu tun: die Maximalgeschwindigkeit für Containerzüge liegt hier bei 55 mph / 88,44 kmh...

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Als nächstes stand Gallup in New Mexico auf meiner Liste. Dort gibt es einen Rangierbahnhof -- und eine Brücke, von der man einen Super-Blick auf den Rangierbahnhof hat.
Mit der Brücke war es allerdings nichts: Straßenbauarbeiten und keine Chance, den Wagen zu parken. Schiet! Außerdem war mal wieder Tanken angesagt; schon wieder die Hälfte aus dem Tank gesogen. Die Spritpreise hier drüben sind für US-Verhältnisse so langsam jenseits jeden Budgets : $ 3,09 pro Gallone. Dem deutschen Autofahrer stehen bei den Preisen allerdings die Tränen in den Augen: ? 0,80 / Liter!!!!!!

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Zwar kein Rangierbahnhof aber manchmal ist eine Tanke ein guter Ersatz dafür, besonders wenn die Gleise auf der anderen Straßenseite liegen:
Das klassische Farbschema der BNSF (eigentlich der ATSF = Atchinson Topeka Santa Fe) ist das Warbonnet-Schema. In diesen Farben ist #603 (eine C44-9W) hier in Gallup (New Mexico) unterwegs.

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Und hier haben wir einen Paradiesvogel: # 4472 trägt wohl noch eine Versuchslackierung. Außer dem Baujahr (06/99) konnte ich leider nichts weiter über diese Lok in Erfahrung bringen.

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Nach diesen Glückstreffern bin ich weiter auf der I-40 Richtung Osten gefahren. In Höhe der Continental Divide (Kontintental-Scheide) sah ich ein Schild zur alten Route 66. Also abgebogen und siehe da; es gab eine "Dirt-Road" (mehr ein festgefahrener Feldweg) zu einem Bahnübergang. Ein schöner Sonnenuntergang vertrieb mir die Wartezeit auf mehr Züge.

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NMLange brauchte ich auch nicht zu warten. Aus Osten kam ein Containerzug mit NS (Norfolk-Southern) Loks an der Spitze. Es war zwar schon recht dunkel, aber mit einer Einstellung von 3200 ASA lassen sich doch noch Bilder machen.

Video: Doublestack container

Und dann war da noch der Glücksfall des Tages: ein Zug aus Westen mußte auf die Blockfreigabe warten und hielt deshalb vor dem Bahnübergang an. Der Lokführer mußte mich wohl gesehen haben, denn nach einer kleinen Weile kam er auf mich zu und fragte, ob ich von seiner Lok ein Foto machen wollte. Wie bitte?????? Das war ja wohl das erste Mal, daß ein amerikanischer Lokführer mir diese Frage stellte!!! Na klar wollte ich!! Der gute Mann meinte dann, wenn er die Blockfreigabe bekommt, zieht er seine Maschine auf den Bahnübergang vor und hält für das Foto an. Mann, war ich glücklich!
Nightshot Ich ließ mir seine eMail-Adresse geben und habe heute auch gleich das Foto an ihn abgeschickt. Als mein Mail-Programm nach einer halben Stunde die Postfächer turnusmäßig abfragte, war Charlie´s Antwort auch schon da: "Vielen Dank für das Foto und wenn Du mal wieder nach Gallup kommst, melde Dich mal bei mir für einen Cab-Ride (Führerstandsmitfahrt) an." Herz, was willst Du mehr!!!!!

NM

Der Rest der Nacht und der nächste Tag verliefen dagegen richtig eintönig: Meilen machen war die Devise. Nach einem Telefonat stellte sich heraus, daß ich nicht mehr nach Eagle Nest (New Mexico) fahren mußte. Dort gibt es ein Projekt, um das ich mich beratenderweise mit kümmere. Also: Interstate 40 bis Albuquerque, dann auf die I-25 Süd Richtung Texas. Bei El Paso habe ich wieder ein Nickerchen gemacht und dann den Rest nach Austin in Angriff genommen. Einen kleinen Zwischenfall gab´s dann aber doch noch: Auf dem letzten Stück von San Antonio nach Austin wurde der Himmel immer dunkler. Es sah schwer nach Gewitter aus. Blöderweise hatte ich mich in San Antonio auch noch verfahren. Kommt davon, wenn man auf den Himmel statt auf die Hinweistafeln sieht... Habe dann aber doch noch die I-35 Nord gefunden und stand nach 5 Minuten Fahrt in der Mittelspur im Stau. Wäre ja nicht weiter schlimm gewesen; es war schließlich Rush-Hour. Das Gemeine war, daß es anfing zu regnen und einige Sekunden später dachte ich, der Wagen wird eingeschlagen. Walnuß-große Hagelkörner und keine Ecke zum Verstecken! Mann, war das ein Krach... Im Schritttempo leerte sich der Highway und so konnte auch mich davonschleichen. Anders kann man´s wohl wirklich nicht nennen. Da ich auf der Mittelspur stand, waren die besten Unterstellplätze natürlich schon alle weg (Brücken sind dann sehr beliebt). Ich fand dann noch einen relativ dicht belaubten Baum zum Unterstellen. Nach 5 Minuten war der Spuk vorbei und es schien wieder die Sonne. Unglaublich!
Hmmm, der Motor ist doch garnicht an. Wieso bewegt sich dann der Wagen? Ach so, mein "Stellplatz" hat sich in einen Swimmingpool verwandelt. Das muß einem Dummen doch gesagt werden! Nun aber die Kiste angeschmissen und irgendwie aus dem Dreck rudern! Die Scheibe war zwar voller Laub und Hagelkörner (aber dafür noch heil) und die Scheibenwischer haben auch nicht wirklich für klare Sicht gesorgt, aber egal: Nix wie raus hier! Irgendwie hat´s auch geklappt und ich hatte wieder Asphalt unter den Rädern. Dafür stand das Wasser auf der Straße bis zur Radnabe hoch und hatte starke Ähnlichkeit mit einem Gebirgsfluß voll Schmelzwasser, nur dreckiger. Nun bin ich zwar ein Freund von "Dreckbrühe" aber so war das dann doch nicht gemeint... Auf dem nächst möglichen Parkplatz habe ich dann das Auto erstmal von Zweigen, Laub und Hagel befreit und dann die letzten 50 Meilen nach Austin wieder unter die Räder genommen, wo ich dann gegen 19:00 Uhr eintraf. Mann, sieht die Karre aus! Als wenn sie die Pocken gehabt hätte. Bin mal gespannt, was die Mietwagen-Firma dazu sagt... Bis demnächst auf dieser Seite, Euer Erhard

03.05.2006

...bis 08.05.2006
Ich hätte vielleicht in Arizona bleiben sollen: An der Gartenbahn weiterbauen war nämlich nichts, weil das Wetter nicht mitspielte. Tagsüber mollig warm und Sonne, abends und nachts dann Gewitter mit Regen. Heißt im Klartext: der Garten ist ein einziger Matschpool...
Nun, dann bleibt wohl nichts weiter übrig, als eine oder zwei Runden zu shoppen, die Gegend zu erkunden und mal so richtig schön faul zu sein (fällt mir ja nicht weiter schwer).
Aber vielleicht sollte ich mal meine bevorzugte Fotostelle ein wenig aufbereiten. Diese Kreuzung ist für ein US-Modul wie gemacht: klein, handlich, übersichtlich und mit Betriebsmöglichkeiten... Austin White Lime läßt sich aus handelsüblichen Bausätzen nachbauen. Es gibt auch ein wenig Geschichtliches zum Nachlesen. Den kleinen Laden mit Post kann man wunderbar selbst bauen. Hier habe ich ein paar Fotos dazu, für diejenigen, die sich mal dran versuchen wollen:

AWLLadenfront - als Größenvergleich der Mietwagen...

AWLRechte Wand

AWLEingang

AWLLinke Wand

AWLRückseite
Mit ein paar Mauerplatten und Teilen aus der Bastelkiste hat man hier ein schönes Projekt für 3 - 4 Bastelabende...
Gestern, am 7. Mai, bin ich dann der Bahnlinie einmal bis nach Taylor (ca. 30 Minuten Fahrt) gefolgt. Wenn man in Deutschland an einer Landstraße ein Gleis liegen sieht, denkt man unwillkürlich an "Bimmelbahn". Hier ist die Sache etwas anders: Die Strecke kommt von Austin und führt durch bis Chicago (natürlich mit ein paar Verbindungen)!!! Es ist also eine astreine Hauptstrecke mit entsprechendem Verkehr...
Wenn allerdings an den Gleisen gearbeitet wird, tut sich verkehrsmäßig nicht allzuviel... Der Bursche im Bild rechts schwingt fleißig seinen Lehmann und versucht verzweifelt, zwei völlig verbogene Gleisbolzen wieder in die Löcher der Gleislaschen zu kloppen. Dabei hatte er niegelnagelneue Bolzen auf dem Wagen liegen. Da kann man nur sagen:"Wir müssen sparen, koste es , was es wolle!"

McNeil

In Taylor angekommen, war es nicht weiter schwer, den "Yard" (wörtlich übersetzt: Verschiebebahnhof) zu finden. Taylor ist recht übersichtlich - eine Hauptstraße und ein paar Nebenstraßen rechts und links davon. Dann hat´s mich allerdings umgehauen: Im Yard stand ein Zug mit sage und schreibe 9 (in Worten: NEUN!!!) Loks an der Spitze! Hammer!!!.
Mit der Kamera konnte ich garnicht alle neun Loks aufnehmen. Selbst die Weitwinkel-Einstellung im Bild rechts brachte nicht viel. Ich bin also den Zug abgelaufen und habe jede Lok einzeln fotografiert.

Taylor

Auf dem Rückweg nach McNeil - bereits wieder auf dem Highway 79 - dann noch eine Überraschung: Es kam mir ein Zug mit Conrail-Lok an der Spitze entgegen. War doch mal was ganz anderes als das hier allseits vertretene "Armor Yellow" der UP. Also: kehrt marsch und das Gaspedal durchgetreten, um den Zug zu überholen und eine geeignete Stelle zum Ablichten zu finden. Es waren zwar nur 60 mph erlaubt aber dafür war weit und breit kein Sheriff zu sehen - und 80 mph tun´s ja auch. Ich fand einen kleinen Bahnübergang außerhalb Taylors und habe mal die Video-Cam scharf gemacht.
Tja, und nun wird es langsam Zeit, wieder an´s Packen zu denken: Morgen geht mein Flug nach Hamburg ab. Wieder so ein toller Flug - ab Austin 06:40 CDT (Central Daylight Time), an Newark 11:08 EDT (Eastern Daylight Time), ab Newark 17:40(toll, 6,5 Stunden auf dem Flughafen und schließlich an Hamburg am 10.05.06 um 07:30 Ortszeit. Ich denke nicht, daß ich heute abend in´s Bett gehe; habe mich gerade an´s Ausschlafen gewöhnt. Falls Ihr mit mir im Wunderland plauschen wollt: das könnt Ihr ab dem 16.Mai wieder versuchen. Vorher muß ich noch ein wenig schlafen :-))) So, nu klapp´ ich das Tagebuch zu und: Wir sehen uns!

 

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