Reiseberichte

21-08-09
Charlotte nach Aberdeen
Heute geht es richtig los. Der Charger lauft wie geschmiert, war auch gerade in der Wartung und so konnten wir die Straße unbesorgt unter die Räder nehmen. Nach Aberdeen sind es abseits der Highways ungefähr drei Stunden Fahrt. Die ganze Arbeit mit der Routenplanung hätte ich mir eigentlich auch sparen können. Joern hatte sein neues "Spielzeug" dabei, ein Handy mit Navi. Funktioniert erstaunlich gut. Das Wetter spielte auch mit. Es war (und ist imer noch) mit rund 35° recht kuschelig. Gut, daß der Wagen eine Klimaanlage hat...
Kurz hinter Wingate auf der US-74 sprang Joern´s Gleissensor an: Links Schiene mit Waggons drauf. Und dahinter Bewegung. Das schrie nach einem kleinen Zwischensprint, denn wo Waggons stehen und dahinter etwas fährt, kann sich nur eine Ausweiche befinden. Also die nächste Möglichkeit zum U-Turn genutzt und das Pedal rechts nochmal kurz durchgetreten (man will ja nichts verpassen). Rechts war ein Feldweg mit Blick zu einem (privaten) Gleisübergang. Naja, wir sind ja Privatleute... Joern griff sich die Kamera und ich die Video-Cam. Was dann geschah, war allerdings etwas enttäuschend:
die Loks haben kurzerhand abgekuppelt und den schönen langen Hopperzug stehen lassen (Frechheit!). Danach haben die Loks am Gleiswechsel hinter der Ausweiche umgesetzt und sind mit Karacho an uns vorbei gedonnert.

Nein, ich habe nichts getrunken... Die Kamera ist ziemlich klein und leicht. Da muß ich mich erst noch dran gewöhnen. Außerdem scheint die Cam Probleme zu haben, dem Zoom mit dem Autofocus zu folgen...

Nach diesem Intermezzo haben wir unsere Fahrt dann fortgesetzt, bis mir ein Dollar Tree in´s Auge sprang. Also rein und uns erst einmal mit Getränken versorgt. Anschließend ging es dann auf der US-1 weiter Richtung Aberdeen. Kurz vor der Stadt (ungefähr 7 Meilen) rechts abgebogen zum Greenleaf Inn, unsererm heutigen Uebernachtungsort.
Das Motel an sich ist ganz nett. Schön ruhig gelegen, große, saubere Zimmer und dazu noch ein netter Manager. Leider ist der Gute ein wenig schusselig: Hatte doch glatt vergessen, zu dem Sideboard in meinem Zimmer auch noch einen Stuhl zu stellen, so daß man an dem Sideboard auch noch hätte arbeiten können...
Das feuerrote Spielmobil im Vordergrund des unteren Bildes war unser fahrender Untersatz; ein Dodge Charger; leider nur als 2,7 Liter - Sechs-Zylinder. Ein ordentliches Auto fängt halt bei 8 Zylindern an :-))

Nach dem Einchecken sind wir dann auch gleich mal nach Aberdeen hineingefahren, um unseren Diener bei der Aberdeen & Rockfish Railway zu machen. Der Manager im Büro war zwar zuerst ein wenig erstaunt, aber als ich ihn auf meine eMail von Anfang August verwies (auf die ich nie eine Antwort erhielt), wurde er sehr freundlich und beschied unsere Bitte um Foto-Erlaubnis sinngemäß mit den Worten: "Wir haben heute zwar leider keine Züge am Fahren, aber Ihr könnt natürlich gerne überall fotografieren." Na, das war doch mal ein Wort! Den Anfang haben wir dann rund um das Verwaltungsgebäude in Aberdeen gemacht, um anschließend die Strecke Richtung Fayetteville abzufahren.

Auf Joern´s Gleissensor war auch hier wieder Verlaß: er erspähte die Einfahrt zum BW. Also nichts wie hin, standen doch zwei wunderschöne Dieselloks im hellen Tageslicht so in der Gegend herum... Natürlich ist das Gelände eingezaeunt aber wir hatten ja die Erlaubnis überall zu fotografieren... Auto parken, Arbeitsgerät schnappen und mal freundlich "Guten Tag!" zu den dort arbeitenden Männern sagen, war dann eines. Offenbar freuten sich die Herren dort über etwas Abwechslung, denn wir kamen ziemlich in´s Gespräch und vergaßen dabei natürlich nicht, die Kamera auf alle möglichen Objekte zu richten. Nach ungefähr einer Stunde lief uns der Schweiß dann in Strömen den Buckel runter und wir wieder in das klimatisierte Auto, um die Strecke weiter abzufahren; allerdings nicht ohne das Versprechen, am Nachmittag noch einmal reinzuschauen.

Die beiden Schmuckstücke der Aberdeen and Rockfish Railway sind eindeutig die GP-7 und die GP-9. Beide Loks sind neu gekauft worden und seit über 30 Jahren im täglichen Einsatz. Das Logo - Design ist auch nicht zu verachten...

...ebenso wie das schmucke historische Stationsgebäude, an dem allerdings schon lange kein Personenzug mehr gehalten hat. Dafür erfuhren wir von den BW-Leuten, daß die CSX hier einmal einen Güterzug um das Gebäude "gewickelt" hat:
Ein CSX-Güterzug kachelte mit rund 70 Meilen die Stunde durch den Ort. Leider war eine Weichenzunge durch einen Stein oder ähnliches blockiert und lag nicht richtig an. Die erste Lok hat es noch geschafft - die zweite nicht mehr. Rund um den Bahnhof verteilten sich anschließend die Waggons des Zuges... Verletzte gab es keine. Auch die Lokführer konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Ebenballs in Aberdeen ansässig ist die Aberdeen, Carolina & Western Railway. Mehr als zwei schmucke Loks (GP-40) haben wir allerdings nicht zu sehen bekommen.

Nach einigen Meilen Fahrt stellten wir fest (anhand Joern's Navi),daß die Strecke zu weit weg vom Gleis verlief und so machten wir kehrt. Unterwegs lief uns dann noch ein Sixpack Bier für die Leute am Lokschuppen über den Weg und schrie: "Nimm mich mit!". Haben wir dann auch gemacht und sind zurück zum BW gefahren. Dort war man gerade dabei, die Loks umzurangieren. Raus aus der Karre, rein in's BW, Kamera scharf und draufhalten. Danach habe ich Curtis (einem der Mitarbeiter) das Sixpack in die Hand gedrückt. Ergebnis: Wir bekamen eine Führung durch das BW wobei Joern dann große Augen bekam: In der Maschinenhalle standen noch Maschinen aus Urgrossvaters Zeiten (mit Riemenantrieb), die auch alle noch funktionieren! Dann konnten wir noch die Loks entern und uns dort genauestens umsehen. Ein deutscher Lokführer würde sich wohl ueber den vorhandenen Platz freuen; nicht so sehr aber über die fehlende Klimaanlage...
Gegen 18:00 Uhr ging es dann noch mal nach Aberdeen: Wir hatten irgendwie völlig vergessen, dass der Mensch ja auch mal was essen muß. Danach war dann allerdings Schicht im Schacht. Ziemlich geschlaucht (vor allem wegen der Wärme) ging es in´s Motel zurück. Dort wollte ich dann noch die Bilder des Tages sortiern und fertig für´s Web machen. Aufgewacht bin ich dann morgens um drei, mit dem Laptop an meiner Seite, laufendem Fernseher, und eingeschaltetem Licht....

 

 

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