Gleisbau
Eine sehr gute Gleislage ist das A und O für einen störungsarmen Betrieb! Was heißt das für den Modulbauer? Nun, die Gleise sollten auf einer stabilen und verwindungssteifen Unterlage liegen, damit sie sich nicht wellen oder verziehen können. Wer Achterbahn fahren will, kann sich auf der Kirmes austoben <:-))>. Gerade Gleise sollten auch gerade liegen und - übertrieben gesagt - nicht als Abfolge von S-Kurven fixiert sein. Schienenverbindungen müssen immer bündig sein, damit sich zum Beispiel kleine Vorlaufräder von Dampfloks nicht aus dem Gleis "verlaufen" können. Es muß ein durchgehender Stromfluß durch das gesamte Gleis gewährleistet sein, damit Züge nicht ins Stocken oder Stottern geraten. Man stelle sich einmal einen Zug mit 100 oder mehr Wagen vor, durch den aufgrund einer Spannungslücke im Gleis ein kräftiger Ruck geht..... Genug der Theorie und der Schulmeisterei; jetzt geht´s los:
| Jetzt kommen die Korkplatten ins Spiel. Aus ihnen werden (bei gerade verlegten Gleisen) 30 mm breite Streifen geschnitten. Bei im Bogen verlegten Gleisen werden die 30 mm Streifen in zwei 15 mm Breite zerschnitten. Wem dies zu mühsam ist, der kann auch fertig konfektionierte Korkbettungen aus dem Modellbahn-Fachhandel benutzen. | ![]() |
| An den Modulenden befinden sich (hoffentlich) noch die Markierungen für die Gleismitten. | Diese Markierung wird jetzt rechtwinklig zum Modulkopf 62,5 mm nach innen verlängert. Der Endpunkt der Markierung ist der Startpunkt für das Verlegen des Korkstreifens. Im Folgenden wird der Korkstreifen als Gleisbettung bezeichnet. Die 30 mm Korkstreifen werden jetzt mittig zur ersten Markierung ausgerichtet und mit Ponal festgeklebt. Damit man flüssig weiterarbeiten kann, kann man die Streifen nach dem Aufkleben noch mit Pin-Nadeln fixieren oder sie schlicht festtackern. Nur später daran denken, die Tackerklammern wieder zu entfernen... Liegt das erste Stück Gleisbettung fest, zeichnet man sich zweckmäßigerweise eine Außenkante des Streifens an und zieht diese Markierung zum gegenüber liegenden Modulende durch. Jetzt können die restlichen Bettungsstreifen entlang dieser Markierung aufgeklebt werden. Für die restlichen zwei Gleise wiederholt sich diese Prozedur. |
| Der Modulrahmen sollte jetzt etwa so aussehen: (Findige Köpfe bauen sich einfach eine kleine Schablone zum Anlegen der Bettungsstreifen und erleichtern sich so die Arbeit für spätere Module) | ![]() |
| Jetzt endlich könnten aber doch die Gleise drauf, oder? | Ja, aber.... neben den Gleisen wird noch der Bohrschrauber mit dem 2 mm - Bohrer und der Lötkolben benötigt. Alles parat? Und sind die Tackerklammern entfernt? Dann geht´s jetzt weiter: Flexible Gleise sind meistens 900 mm lang. Benötigt werden pro Hauptgleis 1095 mm (1220 mm Modul-Länge minus 2 mal 62,5 mm Übergangsgleis). Das heißt, insgesamt werden 4 Flexgleise für ein einfaches Streckenmodul (wie in diesem Beispiel) benötigt (3 mal 1095 mm = 3285 mm). Von einem der Flexgleise werden 3 Stücke à 195 mm abgesägt oder mit der Trennscheibe in einem Bohrzwerg abgeschnitten. Das erste Stück Gleis wird TROCKEN mittig auf einem Bettungsstreifen ausgerichtet und mit Nadeln fixiert. Nun wird irgendwo zwischen zwei Schwellen auf jeder Gleisseite ein 2 mm - Loch durch den Kork und das Trassenbrett gebohrt. Ich arbeite immer von Innen nach Außen; beginne also mit dem blauen Gleis. Deshalb brauche ich jetzt je ein ca. 10 cm langes Stück Litze der Farben Blau und Schwarz. Das blaue Stück Litze wird an der Vorderseite, das schwarze Stück an der Hinterseite des Gleises jeweils an der Schienen-Außenseite angelötet. |
| Irgendwie müssen die Gleise ja mit Strom versorgt werden. Deshalb werden diese beiden Einspeisungslitzen an das Gleis gelötet und später mit der Hauptader unter dem Trassenbrett verbunden. Sind die Litzen am Gleis fest (mal dran zupfen, um das zu testen), kann das Gleis mit Weißleim (Ponal) festgeklebt werden. Damit es während der Trocknungsphase nicht verrutscht, sollte man es mit Nadeln fixieren. | ![]() |
| Nun wird ein kurzes Stück Gleis (195 mm lang) an das erste Gleis angefügt. Der Beginner schiebt Schienenverbinder auf ein Ende des kurzen Gleises und steckt es an das erste Gleis. Mit dem Lötkolben wird dann der Schienenverbinder von der Außenseite angeheizt und ein WENIG Lötzinn an den Verbinder gegeben. Das Lot fließt in die kleinste Ritze, also nicht zuviel davon nehmen! | |
| Wenn man diese Arbeit für das mittlere und äußere Gleis wiederholt hat, kann man bald mit dem Testen der Elektrik anfangen... Nach dem Trocknen des Klebers müssen nur noch die lose herabhängenden Drahtlitzen mit dazugehörigen Litzen unter dem Trassenbrett verbunden werden. Dazu kann man entweder handelsübliche Quetschverbinder aus dem KFZ-Zubehörhandel verwenden oder die Drähte zusammenlöten. Natürlich muß vor dem Verlöten noch die Kabelummantelung an den Lötstellen entfernt werden. Das macht man am Besten mit dem Messer. Anschließend die losen Enden um die jetzt blanke Hauptader wickeln und diesen "Knoten" verzinnen. Das war's. | ![]() |
| Nun wird die Elektrik getestet. Also her mit einer Lok, das Teil auf's Gleis gestellt, die Strippen für das zu testende Gleis mit dem Bahnstromausgang am Trafo verbinden und den Trafo langsam aufdrehen. Setzt sich die Lok in Bewegung,hat man alles richtig gemacht; wenn nicht, ist entweder das Gleis verschmutzt (hier hilft Putzen) oder man hat etwas falsch gemacht. Da hilft dann nur eine Fehlersuche... Erst, wenn ALLE Gleise einwandfrei funktionieren, wird mit der Landschaft begonnen. Bevor es aber an den Landschaftsbau geht, werden noch die Übergangsgleise gebastelt. Dazu brauchen wir : 6 gerade Gleisstücke mit je 125 mm Länge (Kein Flexgleis) Code 80. Diese gibt es von Atlas oder direkt von NTRAK in den USA oder über GermaNTRAK in Deutschland. | Jeweils eines dieser Gleisstücke wird nun an die Enden eines jeden Streckengleises angesteckt. Dann wird ein 3 mm starkes Brettchen aus Balsa oder Sperrholz unter das Übergangsgleis geschoben und darauf das Ende (die letzte Schwelle) markiert. Das Brettchen sollte die gleiche Breite haben wie die Korkgleisbettung. Brettchen ablängen, Gleis drauf kleben und fertig. So können die Übergangsgleise später eingeschottert werden und sind vor Zerstörung und Beschädigungen halbwegs geschützt. |
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