Ausgestaltung und Feinheiten
Bis jetzt haben wir ein Stück braune Gipswüste mit ein wenig Straße. Das werden wir jetzt ändern...
Sicherlich gibt es im Haushalt irgendwo ein leeres Marmeladen- oder Gurkenglas. Das wird für den nächsten Schritt benötigt. Außerdem brauchen wir noch Streumaterialien, eine Streudose (am Besten die von Noch, Art.-Nr. 08100), fertig gebaute Häuser, Figuren und natürlich Bepflanzung jeder Art.
Beginnen wir mit den Häusern: Je nach Geschmack läßt man sie so, wie sie fertig gebaut wurden oder man "altert" sie. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Dem Beginner empfehle ich die "Kreidetechnik", weil ein nicht erwünschtes Ergebnis sehr schnell mit etwas Wasser und einer alten Zahnbürste rückgängiggemacht werden kann, ohne das Gebäude zu beschädigen. Mit etwas Übung kann man dann auf die "nasse Technik" umsteigen.
Die Kreidetechnik:
Dazu benötigt man ein Messer, ganz normale farbige Schulkreide, einen harten Borstenpinsel und einen Finger.
Mit dem Messer wird etwas hellbraune Kreide auf ein Stück Pappe oder Papier geschabt. Mit dem Borstenpinsel wird nun die abgeschabte Kreide aufgenommen und trocken von oben nach unten auf die Hauswand gestupft. Anschließend wird das ganze mit dem Finger noch etwas verrieben. Das Resultat soll einem leichten "Schmierfilm" von Regenwasser und Schmutz ähneln. Vorbilder zum Abgucken gibt´s in Hülle und Fülle.
Die nasse Technik:
Hierfür braucht man schwarze, grüne und braune Abtön- oder Plakafarbe. Die Farbtöne werden zu einem richtig “schmutzigen” Ton zusammengemischt und anschließend mit viel Wasser verdünnt. In diese Lösung kommt noch ein Tropfen Spülmittel hinein, damit die Oberflächenspannung der Lösung aufgehoben wird. Die Arbeitsunterlage sollte unbedingt gut saugfähig sein, weil bei dieser Methode das Farbwasser in jede noch so kleinste Ritze dringt und auch schon mal am Modell hinunterläuft. Dieser Effekt ist nicht nachteilig, sondern im Gegenteil erwünscht.
Mit einem weichen Pinsel wird reichlich Farblösung aufgenommen und mit einem schnellen “Wisch” quer über die Oberkante einer Hauswand gestrichen. Bevor man die Wand ein zweites Mal bearbeitet, sollte sie trocken sein, denn eine Ergebnisbeurteilung macht erst am trockenen Modell Sinn. Ein Fön leistet hierbei wertvolle Hilfe. Generell gilt : lieber ein Arbeitsgang mehr als einmal zu viel Farbe!
So, nun werden die Gebäude für eine Stellprobe auf dem Modul plaziert. Ist die Probe zufriedenstellend, werden die Umrisse der Stellflächen auf dem Untergrund angezeichnet. Außerdem wird die leere Stellfläche noch beschriftet, damit man später noch weiß, welches Gebäude wohin kommt.
Im nächsten Schritt kommt das Marmeladenglas zum Einsatz:
Etwas grüne Abtönfarbe und reichlich Ponal wird hineingegeben und das Ganze mit Wasser zu einer cremigen Konsistenz gemischt. Fertig ist der Beflockungsleim. Mit einem Pinsel wird jetzt eine ca. 30 x 30 cm große Fläche großzügig mit Leim bestrichen. Die oben erwähnte Spritzdose wird zu zwei Dritteln mit Grasflocken gefüllt und gut gschüttelt, damit sich die Flocken elektrostatisch aufladen. Anschließend wird die eingeleimte Fläche kräftig mit dem Gras aus der Spritzdose “beschossen”. Das Ergebnis ist ein Rasenteppich wie aus dem Bilderbuch... Man sollte nur darauf achten, daß man im Eifer des Gefechts weder die Straßen noch die Stellflächen für die Gebäude begrast...

Als nächstes werden die Gebäude eingesteckt oder aufgeleimt.
Bäume und Büsche...
...kann man entweder aus den Sortimenten der verschiedenen Hersteller fertig kaufen oder fast zum Nulltarif selbst bauen.
Am schnellsten geht der Selbstbau, wenn man sich das erforderliche Rohmaterial direkt bei Mutter Natur holt. Viele Gräser und Wurzeln von Bäumen oder Büschen eignen sich zum Selbstbau. Es sei allerdings ausdrücklich davor gewarnt, sich an geschützten Pflanzen zu vergreifen. Wer dabei erwischt wird, muß mit empfindlichen Strafen rechnen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, geht in den nächsten Blumenladen und kauft sich dort für ein paar Cents Ziergräser und dünne Zweige. Zur Belaubung eignen sich handelsübliche Schaumstoff-Flocken (auch Foliage genannt) oder Streumaterial. Um das Laub zu befestigen, greift man zum billigsten Haarlack, der verfügbar ist. Es gilt eine Faustregel : Je billiger der Haarlack, desto mehr stinkt er, aber desto besser klebt er auch. Von Sprühkleber rate ich ab, weil er die Tendenz zur Klumpenbildung hat.
Naturmaterial sollte gut getrocknet werden, bevor man es verarbeitet. Dünne Zweige sollten kopfunter zum Trocknen aufgehängt werden, damit die fragilen Gebilde nicht zerbrechen. Für ganz Eilige gibt es noch eine Alternative : Seegras. Das Zeug stammt ursprünglich aus der Wüste Gobi und ist entweder im Blumenhandel oder im Architektenbedarf erhältlich. Schnelle Ergebnisse kosten in diesem Fall allerdings auch ihr Geld, denn Seegras ist nicht ganz billig; dafür hat man aber schon jede Menge fast fertige Bäume vor der Nase. Man muß nur die entsprechenden Stiele ausbrechen, bemalen und belauben. Das war´s. Natürlich gibt´s auch hier eine Alternative: Selber ziehen! Geht ganz leicht im Blumenkübel. Die Samen dazu lassen sich leicht bestellen; zum Beispiel bei Chiltenseeds in England. Blütezeit ist August-September. Danach einfach verdorren lassen und die Samen für die nächste Generation ernten... >
Naturgräser und -zweige werden nach dem Typ Baum ausgesucht, den man bauen will. Wie jetzt? Na, eine Pappel sieht anders aus als eine Eiche oder Lärche. Dementsprechend muß natürlich auch das Modell diese Unterschiede aufweisen. Ein paar Beispiele:
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Kommen die ausgesuchten Zweige dem gewünschten Baumtypus schon nahe, sind aber noch nicht das Optimum, werden sie mit weiteren Zweigstücken oder einer kleinen Schere zurechtgebastelt. Stimmen der Stamm und das Geäst, werden Stamm und Äste mit Plaka oder Abtönfarbe eingefärbt und zum Trocknen beiseite gestellt.
Für den zweiten Akt der Baumproduktion brauchen wir etwas Filterwatte aus dem Aquarienhandel. Diese ist aus einer Kunstfaser und kann im Gegensatz zur Haushaltswatte aus Baumwolle nicht faulen. Man zupt ein Stücken Watte aus dem großen Ballen heraus und zieht dieses kleine Stückchen so weit auseinander, daß man ein ganz feines Netz erhält. Nun wird der Baumrohling satt aus geringer Entfernung mit Haarlack eingesprüht, aber bitte nur die spätere Krone. Das feine Netz wird nun als Träger für die spätere Baumkrone in die Äste eingelegt. Ist einem die Krone zu licht, wird einfach noch ein Stückchen Watte verarbeitet. Sieht das Netz zufriedenstellend aus, wird es noch mit Farbe eingenebelt. Aber wirklich nur einnebeln, nicht “tränken”! Ist die Farbe nach ein paar Minuten trocken, wird - diessmal aus ca. 20 cm Abstand - die nackte Krone wieder mit Haarlack eingesprüht und anschließend Streumaterial auf das Netz gestreut. Danach kommt zur Fixierung wieder Haarlack drauf. Auch diesen Vorgang wiederholt man solange, bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Arbeitszeit pro Baum : ca. 5 bis 10 Minuten. Kosten pro Baum : ca. 5 bis 8 Cents....
Zäune werden eigentlich immer und überall benötigt. Reden wir hier einmal nicht von Industrieprodukten, sondern von Zäunen, die nun wirklich nicht jeder hat: Wie wäre es zum Beispiel mit einem netten schmiedeeiserenen Zaun um ein kleines Dienstleistungsunternehmen oder den Vorgarten? Dazu brauchen wir Stecknadeln,eine Spitzenbordüre und etwas Lack aus der Sprühdose. Moment, wie war das? Eine Sptzenbordüre? Richtig gelesen; diese Bordüren gibt es im Kurzwarenhandel und eignen sich wegen ihrer ornamentalen Gestaltung hervorragend als Schmiedeeisen - Zaun. Das Ganze funktioniert so:
Im Abstand von ca. 5 bis 7 cm wird eine Stecknadel von oben nach unten durch die Bordüre gesteckt. Sie dient als Zaunpfahl. Diese Prozedur wird für die gesamte Zaunlänge wiederholt. Sind alle Nadeln gesteckt, wird der “Rohzaun” in ein weiches Stück Holz gesteckt und aus der Sprühdose anthrazitfarben lackiert. Nach dem Trocknen des Lackes wird die Bordüre steif und läßt sich hervorragend als Zaun in die Modelllandschaft stecken. Wer will, kann die Nadeln vor dem endgültigen Einstecken noch kurz in Weißleim dippen.
Ein anderer, oft benötigter Zaun ist der allseits beliebte Weidezaun. Zur Herstellung eines einfachen Weidezauns werden schwarzes Nähgarn, Stecknadeln und Sekundenkleber benötigt. Die Nadeln werden diesmal matt rostbraun lackiert und nach dem Trocknen dem Zaunverlauf entsprechend in die Landschaft gesteckt. Nun wird das Nähgarn zweimal um den ersten Pfahl geschlungen und mit einem Tropfen Sekundenkleber fixiert. Mit dieser Methode geht es jetzt von Zaunpfahl zu Zaunpfahl weiter. Damit man auch Zutritt zur Weide oder dem Acker hat, braucht´s noch ein Gatter. Dieses läßt sich leicht aus aus der Bastelkiste herstellen, denn dort gibt es bestimmt noch runde Spritzlinge, die sich zu einem einfachen Rohr-Gatter verarbeiten lassen...
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